Köhnken: Fifty-fifty-Chance, Lügner zu enttarnen

von Mirko Laudon

Günter Köhnken gehört zu den angesehensten und erfahrensten Rechtspsychologen in Deutschland, dessen Spezialgebiet insbesondere die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen vor Gericht ist.1 Im „Spiegel“-Interview erklärt der Professor der Universität Kiel kurz und in verständlicher Art und Weise, warum es so schwierig ist, Falschaussagen zu erkennen.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Wer eine Falschaussage erkennen will, braucht einen ungetrübten und unvoreingenommenen Blick auf die Aussageperson. Es zählt in den Bereich der „Küchenpsychologie“ zu glauben, dass Lügner eher schwitzen, Augenkontakt vermeiden, den Blick abwenden sowie nervös mit ihren Fingern spielen oder den Füßen wippen würden. Anders als die meisten Menschen denken, gibt es keinen wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhang zwischen Täuschung und nonverbaler Kommunikation, also Mimik und Gestik. Es gebe daher wohl höchstens eine Fifty-fifty-Chance, eine Person der Falschaussage zu überführen, wenn keine weiteren Erkenntnisse vorliegen.

Ich konzentriere mich einzig auf den Inhalt, studiere zunächst die Ermittlungsakten der Polizei und spreche erst danach mit dem Zeugen ...

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