Arzt, der 2007 PIP-Silikon-Implantate einsetzte, hat mangels Kenntnis von Mängeln der ...

von Philip Christmann

Arzt, der 2007 PIP-Silikon-Implantate einsetzte, hat mangels Kenntnis von Mängeln der Implantate die Patientin nicht falsch aufgeklärt: LG Karlsruhe 25-11-2014

Das LG Karlrsuhe wies eine Klage einer Patientin wegen Aufklärungsfehlers gegen einen Arzt, der ihr im Jahr 2007 Implantate des französischen Herstellers PIP einsetzte, ab. Einen Aufklärungsfehler sah das Gericht nicht (LG Karlsruhe, Urteil vom 25.11.2014 - 2 O 25/12).

Die Klägerin bekam von dem beklagten Arzt im Jahr 2007 PIP-Silikon-Implantate eingesetzt. Im Vorgespräch soll der Arzt nach Angaben der Klägerin gesagt haben, die Implantate seien so stabil, dass man selbst mit einem Auto darüberfahren könne. Drei Jahre später wurde bekannt, dass die PIP-Implantate aus französischer Herstellung statt mit Spezialsilikon mit preiswerterem Industriesilikon befüllt worden waren und teilweise eine erhöhte Ruptur-Rate aufweisen.

Die Klägerin erhob Klage auf Zahlung von Schmerzensgeld ihn Höhe von rund 30.000 €. Der Arzt habe sie falsch aufgeklärt.

Diese Klage wies das LG Karlsruhe nach Einholung eines Sachverständigengutachtens nun ab. Das Gericht führt aus, eine vorwerfbare Verletzung der Aufklärungspflicht seitens des Arztes habe nicht vorgelegen, weil der Arzt 2007 gar keine Anhaltspunkte für eine „betrügerische Befüllung“ oder „Mangelhaftigkeit der PIP-Implantate“ hätte haben können. Die erhöhte „Ruptur-Rate“ der Implantate sei damals nicht bekannt gewesen. Zudem habe sich die Klägerin ja später für die Implantate eines anderen Herstellers entschieden; sie habe also eine Brustvergrößerung in jedem Fall gewollt ...

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