Zum Anwalt gezwungen? Die R+V ermittelt.

von Jörg Schmenger

Wie kommt ein braver unverdächtiger Bürger, der nichts zu verbergen hat und unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurde, eigentlich auf die Idee, einen Anwalt einzuschalten? Da kommt doch keiner drauf. Und wenn, ist er wahrscheinlich gezwungen-, zumindest aber unlauter überrumpelt worden.

Das meint offensichtlich die R+V Versicherung, die es deshalb ganz genau wissen will. Hierzu haben die Ermittler des Versicherers einen Fragebogen entwickelt und an Geschädigte ausgesandt. Dieser ist nett, freundlich und verbindlich gehalten. Keinesfalls wird hierdurch der Eindruck erweckt, der Geschädigte müsse diesen Fetzen überhaupt beantworten. Deswegen lautet der Eingangssatz so:

Die Versicherung hat mir zur Beauftragung des Anwalts Fragen gestellt, die ich so
beantworte:

Noch hat der Verhörte die Chance die schriftliche Vernehmung schnell zu beenden.

Wir sind Haftpflichtversicherer des Unfallgegners. Haben Sie einen Anwalt beauftragt,
für Sie Schadensersatzanspruche bei uns wegen des an Ihrem Fahrzeug entstandenen
Schadens geltend zu machen?
 Nein  Ja

Wer diese Chance nicht nutzt, hat Pech. Denn dann

Wenn Sie einen Anwalt beauftragt haben, dann haben wir noch weitere Fragen.

geht es erst richtig los. Klick. Die grelle Schreibtischlampe brennt und leuchtet direkt in die geschundene Seele des Verhörten.

Waren Sie jemals persönlich in der Anwaltskanzlei?
 Nein  Ja
Kennen Sie den Anwalt, der bei uns die Ansprüche geltend macht, persönlich?
 Nein  Ja

Das, liebe Leute, ist nämlich der Normalfall. Alles andere muss rechtswidrig sein. Weiß doch jeder, dass man im Schadensfall zum Anwalt um die Ecke geht, sich am Empfang anmeldet und ins Wartezimmer geführt wird, um nach 25 Min. dem Dr. jur. hinter seinem Eichenschreibtisch sitzend den Unfallhergang zu erklären. Also ...

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