Yagmur-Prozess: Keine besondere Schwere der Schuld

von Mirko Laudon

Im Pro­zess um den Miss­hand­lungs­tod der drei­jäh­ri­gen Yag­mur aus Hamburg-Billstedt wurde heute vor dem Land­ge­richt Ham­burg das Ur­teil ver­kün­det. Das Ge­richt ver­ur­teilte die Mut­ter we­gen Mor­des zu ei­ner le­bens­lan­gen Frei­heits­strafe, stellte je­doch nicht die be­son­dere Schwere der Schuld fest, wie die Staats­an­walt­schaft be­an­tragt hatte. Da­mit kann die 27-jährige auf eine Ent­las­sung nach 15 Jah­ren hof­fen. Der 26-jährige Va­ter des Mäd­chens be­kam eine Haf­strafe von vier Jah­ren und sechs Mo­na­ten we­gen Kör­per­ver­let­zung mit To­des­folge durch Unterlassen.

Die Ver­tre­te­rin der An­klage hatte in ih­rem Plä­do­yer die Grau­sam­keit der Tat als Mord­merk­mal her­vor­ge­ho­ben und be­an­tragt, die be­son­dere Schwere der Schuld fest­zu­stel­len. Für den Va­ter des Mäd­chens hatte die Staats­an­walt­schaft sechs Jahre Frei­heits­strafe be­an­tragt, weil er das Kind nicht vor sei­ner Frau ge­schützt habe.

Das Mäd­chen war im De­zem­ber 2013 in der Woh­nung ih­rer El­tern nach ei­nem Le­ber­riss in­ner­lich ver­blu­tet. Bei der Ob­duk­tion wur­den mehr als 80 Hä­ma­tome und Quet­schun­gen so­wie ein schlecht ver­heil­ter Bruch des Un­ter­arms fest­ge­stellt – na­hezu je­des Or­gan war mas­siv ver­letzt.

„Sag de­nen nicht, dass ich mein Kind schlage“

Die Mut­ter setzte nach dem Tod der ge­mein­sa­men Toch­ter al­les daran, den Va­ter zu be­las­ten. Er habe Yag­mur ge­schla­gen und der Mut­ter zu­gleich ver­bo­ten, das Kind in ein Kran­ken­haus zu brin­gen ...

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