Fritierfett erhitzt und auf der Couch eingeschlafen: Versicherungshaftung nur bei alterungsbedingter Hirnleistungsschwäche

von Stephan Weinberger

Ein Mann erhitze in der Küche Fritierfett in einem Topf. Da er aber gerne auch Musik hören wollte, verließ er die Küche und begab sich zur Musikanlage ins Wohnzimmer. Nach dem Einschalten der Anlage ging er aber nicht zurück in die Küche, sondern machte es sich auf der Couch bequem, was dazu führte, dass der Mann einschlief. Das Frittierfett war aber weiter am brodeln, so dass sich die vorhersehbare Gefahr realisierte – das Fett brannte und die Wohnung qualmte – erst zu diesem Zeitpunkt wachte der Mann wieder auf und stand vor erheblichem Schaden.

Die Gebäudeversicherung verklagte den nachlässigen Mann auf Schadenersatz, dieser erwiderte aber, dass ein Regressverzichtsabkommen bestehe. Danach wäre eine Inanspruchnahme des Schädigers wegen des Brandschadens ausgeschlossen. Hingegen argumentierte die Versicherung, dass das Verzichtsabkommen dann nicht gelten dürfte, wenn der Schädiger grob fahrlässig handelte. Nach Ansicht der Versicherung sei das hier der Fall gewesen.

Die Versicherung obsiegte vor dem Landgericht Aachen und bekam Schadenersatz zugesprochen. Dagegen richtete sich die Berufung des Mannes.

Aber auch das Oberlandesgericht Köln bestätigte die Entscheidung des Landgerichts Aachen und wies die Berufung des Mannes zurück.

Die Nachsichtigkeit des Mannes sei zurecht als grobe Fahrlässigkeit beurteilt worden. Damit findet das Regressverzichtsabkommen in Bezug auf die Gebäudeversicherung vorliegend auch keine Anwendung ...

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