Nicht die beste Idee: Dem Arbeitgeber “mit der Presse” drohen

Ein Arbeitnehmer war als Assistent der Geschäftsführung bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Koblenz beschäftigt. Nachdem er glaubte, gewisse “Unregelmäßigkeiten” im Geschäftsbetrieb entdeckt zu haben, die auf das Konto des Geschäftsführers gingen, infomierte er den Vorstand mündlich über seinen Verdacht. Zugleich war er in Sorge, dass man ihn wegen genau diesen Vorwürfen entlassen könnte. Deshalb drohte er dem Vorstand gleichzeitig, dass er im Falle seiner Kündigung bestimmte Unterlagen an einen recht bristanten Empfängerkreis verteilen werde: Dazu gehörten das Finanzamt, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, die Staatsanwaltschaft, natürlich “die Medien” sowie ein örtlicher CDU-Politiker.

Der Vorstand sichtete die betreffenden Unterlagen. Sein Fazit: Alles relativ harmlos. Ziemlich uncool fand man dagegen das Vorgehen des Mitarbeiters. Was der Kollege befürchtete, trat ein: Die AWO kündigte ihm ordentlich.

Mit seiner Kündigungsschutzklage hatte er keinen Erfolg. Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz wies sie auch in zweiter Instanz ab (Urteil vom 15.05.2014, 5 Sa 60/14). Die Richter waren der Ansicht, dass der Kollege seine arbeitsvertraglichen Pflichten in erheblichem Umfang verletzt hatte. Mit seiner Drohung, der AWO öffentlich Schaden zuzufügen, habe er das Arbeitsverhältnis unerträglich belastet und das Vertrauen in seine Loyalität zerstört. Nach LAG-Ansicht wäre deshalb sogar die fristlose Kündigung durchgegangen.

Interessant war die Würdigung der bunten Schar der Empfängergruppen der Drohung, angefangen vom Finanzamt bis hinauf zur Ministerpräsidentin ...

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