Und wieder einmal war es Zeugnistag

von Stefanie Klein Jahns

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat jeder Mitarbeiter Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Angaben zu Leistung und Verhalten gehören jedenfalls dann in den Zeugnistext, wenn der Arbeitnehmer dies verlangt. Er hat sogar die Möglichkeit, gerichtlich einen Anspruch auf Berichtigung oder Ergänzung des Zeugnisses geltend zu machen. Daher streiten sich ehemalige Arbeitsvertragsparteien regelmä�ig vor den Arbeitsgerichten, wenn der Mitarbeiter mit der Bewertung durch seinen früheren Arbeitgeber nicht einverstanden ist. Denn für zukünftige Bewerbungen sind solche Aussagen besonders wichtig.

Beweislast bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in der Vergangenheit Grundsätze aufgestellt, wen die Beweislast für die einzelnen Bewertungen in einem Arbeitszeugnis trifft. Grundsätzlich soll danach der Arbeitgeber als Aussteller des Zeugnisses die tatsächlichen Grundlagen seiner Beurteilung vortragen und gegebenenfalls beweisen (BAG vom 23. Juni 1960 â�" 5 AZR 560/58). Hat er jedoch dem Mitarbeiter bereits eine gut durchschnittliche Gesamtleistung bescheinigt, so muss der Arbeitnehmer die Tatsachen darlegen und beweisen, die eine bessere Schlussbeurteilung rechtfertigen sollen (BAG vom 14. Oktober 2003 â�" 9 AZR 12/03).

Das BAG geht davon aus, dass eine �gut durchschnittliche Gesamtleistung� der Note �befriedigend� entspricht. In Arbeitszeugnissen findet sich dafür in aller Regel die Formulierung ��führte alle ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit aus�. Verlangt der Mitarbeiter eine über der Note �befriedigend� liegende Bewertung (also �gut� oder �sehr gut�), so trägt er nach der Rechtsprechung des BAG dafür selbst die Beweislast ...

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