3 ist Durchschnitt – auch im Arbeitszeugnis

Bescheinigt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Zeugnis unter Verwendung der Zufriedenheitsskala, die ihm übertragenen Aufgaben “zur vollen Zufriedenheit” erfüllt zu haben, erteilt er in Anlehnung an das Schulnotensystem die Note “befriedigend”. Beansprucht der Arbeitnehmer eine bessere Schlussbeurteilung, muss er im Zeugnisrechtsstreit entsprechende Leistungen vortragen und gegebenenfalls beweisen. Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn in der einschlägigen Branche überwiegend gute (“stets zur vollen Zufriedenheit”) oder sehr gute (“stets zur vollsten Zufriedenheit”) Endnoten vergeben werden.

In dem jetzt vom Bundesarbeitsgericht entschiedenen Fall war die Klägerin vom 01.07.2010 bis zum 30.06.2011 in der Zahnarztpraxis der beklagten Zahnärztin im Empfangsbereich und als Bürofachkraft beschäftigt. Zu ihren Aufgaben gehörten ua. die Praxisorganisation, Betreuung der Patienten, Terminvergabe, Führung und Verwaltung der Patientenkartei, Ausfertigung von Rechnungen und Aufstellung der Dienst- und Urlaubspläne. Darüber hinaus half die Arbeitnehmerin bei der Erstellung des Praxisqualitätsmanagements. Die Zahnärztin erteilte ihr nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis. Die Parteien streiten noch darüber, ob die Leistungen der Klägerin mit “zur vollen Zufriedenheit” oder mit “stets zur vollen Zufriedenheit” zu bewerten sind.

In den Vorinstanzen hatten das Arbeitsgericht und das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg1 der Klage stattgegeben und angenommen, die Arbeitgeberin habe nicht dargelegt, dass die von der Arbeitnehmerin beanspruchte Beurteilung nicht zutreffend sei ...

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