“Voll zufrieden” im Zeugnis heißt durchschnittlich zufrieden – keine Rechtsprechungsänderung des BAG

von Thorsten Blaufelder

Bescheinigt ein Arbeitgeber in einem Arbeitszeugnis, der Arbeitnehmer habe die ihm übertragenen Aufgaben „zur vollen Zufriedenheit“ erledigt, so entspricht dies der Schulnote „befriedigend“. Das hat am Dienstag, 18.11.2014, das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt entschieden (AZ: 9 AZR 584/13). Ein Arbeitnehmer, der eine bessere Leistung wünscht, muss danach „entsprechende Leistungen vortragen und gegebenenfalls beweisen“.

Die Klägerin hatte in einer Zahnarztpraxis im Empfangsbereich und als Bürokraft gearbeitet. Zu ihren Aufgaben gehörten unter anderem die Praxisorganisation, Betreuung der Patienten, Terminvergabe, Führung und Verwaltung der Patientenkartei, Ausfertigung von Rechnungen und die Aufstellung der Dienst- und Urlaubspläne. Darüber hinaus half sie beim Qualitätsmanagement der Praxis.

Nach Ende des Arbeitsverhältnisses bescheinigte ihr der Zahnarzt, sie habe ihre Aufgaben „zur vollen Zufriedenheit“ erledigt. Mit ihrer Klage wollte sie erreichen, dass noch das Wörtchen „stets“ davorgestellt wird.

Wie nun das BAG klarstellte, entspricht in der „Zufriedenheitsskala“ die Bewertung „zur vollen Zufriedenheit“ der Schulnote „befriedigend“ ...

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