Wir nehmen ihnen nichts weg!

von Gerfried Braune

Das Verhältnis zwischen Rechtsanwälten und Mediatoren ist meist nicht so innig (es sei denn, die Mediatorin oder der Mediator ist selbst Anwältin oder Anwalt). Das liegt einmal daran, dass zwischen den beien Professionen ein Konkurrenzdenken besteht und zumindest bei nichtmediatorischen Anwälten die Meinung vorherrscht, die Mediatoren bieten hier etwas an, was die Rechtsanwälte eigentlich schon immer angeboten haben und anbieten.

Ein Konkurrenzdenken ist in diesem Zusammenhang allerdings völlig fehl am Platz. Die Mediatoren nehmen den Anwälten nichts weg. Auch im Rahmen einer Mediation sind die Medianden, das sind die Personen, die Mediation in Anspruch nehmen, durchaus auf anwaltliche Beratung und Hilfe angewiesne. Denn selbst ein Anwaltsmediator kann ja den Beteiligten keinen individuellen Rechtsrat erteilen, er verlöre sofort seine neutrale/allparteiliche Stellung. Er kann allenfalls allgemeine Hinweise geben. Dies hat auch der Gesetzgeber so gesehen, denn § 2 MediationsG bestimmt: “Er (der Mediator) hat die Parteien, die ohne fachliche Beratung an der Mediation teilnehmen, auf die Möglichkeit hinzuweisen, die Vereinbarung bei Bedarf durch externe Berater überprüfen zu lassen.” Im Laufe der Beratungen des Gesetzes im Bundestag wurde die Vorschrift sogar von einer Soll-Vorschrift (soll hinweisen) zu einer Muss-Vorschrift (hat hinzuweisen). Diese Pflicht besteht unabhängig vom Herkunftsberuf des Mediators, also auch für Anwaltsmediatoren, und das ist auch richtig so!

Demnach muss in den meisten Mediationen zumindest die Aufforderugn an die Parteien ergehen, sich anwaltlich beraten zu lassen. Den Rechtsanwälten gehen daher keine Fälle verloren ...

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