Schadensersatz vom Bierhersteller für übermäßigen Alkoholkonsum

von Stephan Weinberger

17 Jahre andauernder Konsum einer bestimmen Biermarke blieb für einen Mann nicht ohne Folgen: Er wurde alkoholkrank, verlor seine Frau, seinen Führerschein und seine Arbeitsstelle. Es war Zeit für eine Klage gegen den Bierhersteller auf Schadenersatz. Das Oberlandesgericht Hamm musste über die Sache abschließend entscheiden, da der Mann Prozesskostenhilfe beantragt hatte und damit bereits in der Vorinstanz beim Landgericht Essen gescheitert war.

Der Mann warf dem Unternehmen vor, auf den Flaschen nicht genug auf die Gefahr, die durch den exzessiven Konsum des Produktes “Bier” entstehen könnte, hingewiesen zu haben. Mit einem Warnhinweis auf der Flasche wäre er vom übermäßigen Trinkkonsum abgehalten worden. In Summe forderte der Mann 30.000 DM Schadensersatz sowie die Feststellung einer Schadensersatzpflicht für alle weiteren materiellen und immateriellen Schäden, die ihm aus dem Alkoholkonsum noch entstehen werden.

Das Oberlandesgericht Hamm folge dieser Argumentation nicht und bestätige die Entscheidung der Vorinstanz, keine Prozesskostenhilfe zu gewähren. Die Alkoholhaltigkeit von Bier sei allgemein bekannt und so gebe es auch keine gesetzliche Vorschrift, auf “Risiken und Nebenwirkungen” hinzuweisen. Die Kenntnis von den Wirkungen alkoholischer Getränke, nicht in den medizinischen Details, jedoch in der Kernproblematik, gehöre zum allgemeinen Grundwissen ...

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