Nachbetrachtung und Einblicke in den Wiederaufnahmeprozess des Gustl Mollath- Teil 1

von Alexander Walz

Ein Gast­bei­trag von Alex­an­der Walz

Sel­ten wurde über ei­nen Straf­pro­zess mehr und län­ger in Öffent­lich­keit und Me­dien dis­ku­tiert als beim Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren des Gustl Moll­ath vor dem Land­ge­richt Re­gens­burg. Gleich­zei­tig wurde das wach­sende Miss­trauen der Be­völ­ke­rung ge­gen­über Jus­tiz und an­de­ren staat­li­chen Ein­rich­tun­gen so deut­lich wie nie. Seit 6.11.2014 ist nun die ge­naue Ur­teils­be­grün­dung für die All­ge­mein­heit ein­seh­bar. Das Ver­fah­ren kann für die Öffent­lich­keit -zu­min­dest in die­ser Instanz-​​ als ab­ge­schlos­sen be­zeich­net wer­den, da voll­um­fas­send Trans­pa­renz ge­schaf­fen wurde.

Der Au­tor hatte das Ver­gnü­gen an 2 Pro­zess­ta­gen selbst bei­zu­woh­nen. Ei­ner da­von war der be­rüch­tigte 14. Ver­hand­lungs­tag; je­ner Tag an dem das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zwi­schen Moll­ath und sei­nem Haupt­ver­tei­di­ger Dr. Strate end­gül­tig zer­rüt­tet schien. Hierzu ist an­zu­mer­ken, dass be­reits vor Be­ginn der Ver­hand­lung die Stim­mung zwi­schen den bei­den Par­teien am Kip­pen ge­we­sen sein muss. Der Au­tor er­in­nert sich noch daran, wie Moll­ath in „ge­reiz­tem Ton“ sei­nen Ver­tei­di­ger an­fuhr und sei­nen Un­mut dar­über zum Aus­druck brachte, et­was sei „bis jetzt nicht ge­sche­hen“ oder „bis heute nichts pas­siert“.

Liest man sich das spä­tere Ver­hand­lungs­pro­to­koll auf­merk­sam durch, fällt auf, dass es sich hier­bei wohl um eine Liste von vor­ge­schla­ge­nen Zeu­gen und zahl­rei­che wei­tere Be­weis­an­träge sei­tens Moll­ath han­deln musste¹. Früh­zei­tig wurde also klar, dass es an die­sem Tag noch den ei­nen oder an­de­ren Kon­flikt ge­ben würde. Diese Ver­mu­tung sollte sich auch schnell be­stä­ti­gen ...

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