Auf Mietersuche: Was darf der Vermieter fragen?

von Esther Wellhöfer

Wer eine Wohnung sucht, sollte sich auf viele Fragen des Vermieters einstellen. Denn dieser möchte am liebsten schon beim ersten Kennenlernen sicher sein, den perfekten Mieter für seine Wohnung gefunden zu haben. Doch wie weit dürfen die Fragen des Vermieters gehen? Die Redaktion von anwalt.de gibt Antworten.

Welche Kriterien gelten für Fragen?

Auf der einen Seite hat der Vermieter ein berechtigtes Interesse daran, einen möglichst zuverlässigen Mieter zu finden. Andererseits steht dem Mieter auch bei der Wohnungssuche das Recht auf Privatsphäre zu. Zwischen diesen beiden Gesichtspunkten bestimmt sich die Zulässigkeit von Fragen nach dem Grundsatz von Treu und Glauben, wie er in § 242 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) verankert ist.

Zudem gilt das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Daher sollten Vermieter darauf achten, dass sie keine diskriminierenden Fragen stellen. Übrigens: Vorsicht ist diesbezüglich auch bei Zeitungsinseraten geboten oder bei Absagen.

Was darf der Vermieter fragen?

Nach diesen rechtlichen Vorgaben sind grundsätzlich Vermieterfragen nach dem Einkommen, der Bonität und den finanziellen Verhältnissen des Mieters zulässig, etwa nach dem Beruf, dem Monatsgehalt etc. Schließlich ist die Zahlung der Miete eine Hauptleistungspflicht. Deshalb ist der Mieter sogar zu einer Auskunft über sein monatliches Nettogehalt verpflichtet, wenn die Monatsmiete 75 Prozent davon betragen würde. Der Grund liegt auf der Hand: Bei einem solchen Einkommen stellt die Miete eine unverhältnismäßig hohe Belastung dar. Dementsprechend hoch wäre das Risiko, dass es zu Mietrückständen kommt.

Darf nach Schulden gefragt werden?

Fragen zu Mietschulden sind zulässig, denn sie können sich auf die Zahlung der Miete auswirken ...

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