Photovoltaikanlage im Steuerrecht

Beim Betrieb einer Photovoltaikanlage mit Einspeisung von Solarstrom gegen entsprechende Vergütung handelt es sich um eine unternehmerische Betätigung, die den Regelungen des Umsatzsteuergesetzes (UStG) unterliegt.

Die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Photovoltaikanlage und der Umsatzsteuer ergeben sich in erster Linie aus den wechselnden Modellen, die das EEG vor dem 01.01.2009, zwischen dem 01.01.2009 und dem 31.03.2012 und seit dem 01.04.2012 wieder verfolgt. Insbesondere wurde mit der EEG-Novelle zur Photovoltaik 2012 der Eigenverbrauchsbonus gem. § 33 Abs. 2 EEG mit Wirkung ab dem 01.04.2012 wieder abgeschafft.

1. Bedeutung des Zeitpunkts der Inbetriebnahme a) Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage vor dem 01.01.2009

Erfolgte die Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage vor dem 01.01.2009, wird nur der tatsächlich eingespeiste Solarstrom als Lieferung gegenüber dem Netzbetreiber behandelt, d.h. nur in Höhe des tatsächlich einspeisten Solarstroms handelt es sich um eine steuerbare und steuerpflichtige Lieferung. Wird nicht der gesamte erzeugte Solarstrom in das Netz eingespeist, wird die PV-Anlage nicht ausschließlich für unternehmerische Zwecke verwendet, woraus sich unterschiedliche steuerrechtliche Konsequenzen ergeben, insbesondere für den Vorsteuerabzug aus den Anschaffungs- und Betriebskosten der PV-Anlage sowie für den dezentralen Verbrauch für nichtwirtschaftliche oder private Zwecke.

b) Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage zwischen 01.01.2009 und 31.03.2012

Erfolgte die Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage zwischen dem 01.01.2009 und 31.03.2012, galt das sog. “kaufmännisch-bilanzielle Modell”, wonach der Gesetzgeber im EEG unterstellte, dass der gesamte erzeugte Solarstrom zunächst in das Netz eingespeist wird und der selbst verbrauchte Strom vom Netzbetreiber zurückgekauft wird. Man spricht vom sog ...

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