Die Wegnahme von Zahngold durch Mitarbeiter eines Krematoriums begründet Schadensersatzanspruch

von Rafael Schiwietz

Die Wegnahme von Zahngold durch Mitarbeiter eines Krematoriums begründet Schadensersatzanspruch BAG Urteil v. 21.08.2014 - 8 AZR 655/13 (Pressemitteilung)

Dem Bundesarbeitsgericht lag kürzlich ein makaberer aber gleichwohl rechtlich interessanter Fall zur Entscheidung vor. Das Gericht sprach einem Krematoriumsbetreiber einen Schadensersatzanspruch von mehr als 250.000,00 € gegenüber seinem Mitarbeiter zu, weil jener Zahngold aus Überresten von Verstorbenen an sich nahm und verkaufte.

Zum Fall:

Die Klägerin war im Zeitpunkt der Klage Betreiberin eines Krematoriums, in dem der Beklagte als Mitarbeiter beschäftigt war. Von 1995 bis 2005 bediente er die Einäscherungsanlage. Videoaufnahmen zeigten, dass der Mitarbeiter nach der Einäscherung der Verstorbenen gezielt nach verwertbaren Gegenständen wie Zahngold oder Keramik suchte und einsteckte. Im Zuge eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens konnte bei einer Wohnungsdurchsuchung des Beklagten ein erheblicher Geldbetrag, Gold sowie Belege über Edelmetallverkäufe sichergestellt werden.

Die Beklagte kündigte daraufhin das Arbeitsverhältnis des Beklagten fristlos. Eine hiergegen erhobene Klage blieb erfolglos.

In dem vom Bundesarbeitsgericht zu entscheidenden Verfahren verlangt die Arbeitgeberin nun vom ihrem ehemaligen Mitarbeiter den im Zeitraum von 2003 bis 2009 erzielten Erlös aus den Verkäufen in Höhe von ca. 250.000,00 €. Auf die Revision des Mitarbeiters hat das Bundesarbeitsgericht festgestellt, dass dem Betreiber des Krematoriums grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch zustehe, wenn sein Arbeitnehmer Gegenstände am Arbeitsplatz an sich nimmt und später verkauft. Dabei spiele es keine Rolle, dass diese nicht im Eigentum des Arbeitgebers standen ...

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