Urteil: Kein Bundesweites Stadionverbot für einen Fußballfan

Amtsgericht München, Urteil vom 22.10.14 - 242 C 31003/13 Urteil: Kein Bundesweites Stadionverbot für einen Fußballfan Für ein bundesweites Stadionverbot reicht nicht jedes auffällige Verhalten aus, das als Argument für eine Gefährlichkeit verwendet werden kann. Das Persönlichkeitsrecht und das Gebot der Gleichbehandlung lassen es nicht zu, einen einzelnen Zuschauer ohne sachlichen Grund vom Zutritt zu Stadien auszuschließen. Der Sachverhalt

Der 30-jährige Kläger ist Fußballfan des 1. FC Nürnberg und begab sich nach München, um ein Spiel der 1. Bundesliga anschauen. Gegen Mittag befand er sich in einer Gruppe von ca. 400 Anhängern des 1. FC Nürnberg in der Nähe einer U-Bahn-Haltestelle.

Die Gruppe wurde von Polizeibeamten zum Stadion begleitet, als Anhänger des FC Bayern versuchten, zu der Gruppe zu gelangen. Es kam zu Gewalttätigkeiten von einem Teil der Gruppe der 1. FC Nürnberg Fans gegenüber den Polizeikräften. Es wurden Äste und andere Gegenstände als Schlagwerkzeuge gegen die Polizeibeamten eingesetzt. Hierbei wurden mehrere Beamte zum Teil erheblich verletzt. Der Großteil der Gruppe hat sich nicht an den gewalttätigen Auseinandersetzungen beteiligt.

Gegen den Kläger wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Begehung eines Landfriedensbruchs eingeleitet. Nach dem Stand der Ermittlungen kann die Tat aber nicht nachgewiesen werden. Der Münchner Fußballverein wurde von der Polizei über das Ermittlungsverfahren gegen den Kläger informiert und verhängte gegen den Kläger ein bundesweit wirksames Stadionverbot bis 30.6.16. Der Verein begründete das Stadionverbot mit § 4 Absatz 3 Nummer 7 der Richtlinien des Deutschen Fußballbundes. Danach soll ein überörtliches Stadionverbot ausgesprochen werden, wenn ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet wurde.

Der Kläger verlangte vom Verein die Aufhebung des bundesweiten Stadionverbotes ...

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