Unzulässiger Abbruch einer eBay-Auktion verpflichtet zum Schadensersatz

Eigener Leitsatz:

Bricht ein Verkäufer eine Auktion im Rahmen des Internetauktionsportals eBay ab, weil er sein Produkt anderweitig zu einem festen Preis veräußern möchte, so kommt dennoch mit dem zum Zeitpunkt des Abbruchs Höchstbietenden ein Kaufvertrag zustande. Dem gegenüber ist der Verkäufer auch dann zum Schadensersatz in Höhe des Wertes des Produktes verpflichtet, wenn bei dem Kaufpreis und dem Wert der Sache ein grobes Missverhältnis besteht. Dem Bieter kann dabei keine verwerfliche Gesinnung vorgeworfen werden, die zur Sittenwidrigkeit des Geschäfts führen könnte, wenn dieser sich erhofft, das Produkt zu einem Schnäppchenpreis erwerben zu können.

Bundesgerichtshof

Pressemitteilung Nr. 164/2014 zum Urteil vom 12.11.2014

Az.: VIII ZR 42/14

Der Bundesgerichtshof hat sich heute in einer Entscheidung mit der Frage der Wirksamkeit eines im Wege einer Internetauktion abgeschlossenen Kaufvertrags befasst, bei dem ein grobes Missverhältnis zwischen dem Kaufpreis und dem Wert der Kaufsache besteht.

Der Beklagte bot seinen Gebrauchtwagen bei eBay zum Kauf an und setzte ein Mindestgebot von 1 � fest. Der Kläger bot kurz nach dem Beginn der eBay-Auktion 1 � für den Pkw und setzte dabei eine Preisobergrenze von 555,55 �. Einige Stunden später brach der Beklagte die eBay-Auktion ab. Per E-Mail teilte er dem Kläger, der mit seinem Anfangsgebot Höchstbietender war, mit, er habe außerhalb der Auktion einen Käufer gefunden, der bereit sei, 4.200 � zu zahlen ...Zum vollständigen Artikel


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