„Besseres Angebot“ rechtfertigt nicht den Abbruch einer Internetauktion durch den Verkäufer

von Julia Zeisler

Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nun entschieden.

Dem lag folgender Sachverhalt zu Grunde:

Der Verkäufer -und jetzige Beklagte- bot seinen Gebrauchtwagen bei einer bekannten Internetauktionsplattform zum Verkauf an. Hierzu hatte er ein Mindestgebot von 1,- € festgesetzt. Der Kläger bot kurz nach dem Beginn der Auktion 1,- € für den Pkw. Bereits einige Stunden später beendete der Verkäufer die Auktion, da er außerhalb der Auktion einen Käufer gefunden hatte, der bereit war, für den PWK einen Kaufpreis in Höhe von 4.200,- € zu zahlen. Dies teilte er dem Bieter -und jetzigem Kläger- mit, der zum Zeitpunkt des Abbruchs der Auktion mit seinem Anfangsgebot in Höhe von 1,-€ Höchstbietender war.

Der Kläger begehrt Schadensersatz wegen Nichterfüllung des nach seiner Ansicht wirksam zu einem Kaufpreis von 1,- € geschlossenen Kaufvertrags und macht geltend, der Pkw habe einen Wert in Höhe von 5.250 €.

Der unter anderem für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des BGH hat nun entschieden, dass der bei Abbruch der Auktion mit dem Höchstbietenden zustande gekommene Kaufvertrag wirksam ist. Dieser ist insbesondere auch nicht wegen Sittenwidrigkeit (§ 138 Abs. 1 BGB) nichtig. Bei einer Internetauktion rechtfertige ein grobes Missverhältnis zwischen dem Gebot des Käufers und dem Wert des Versteigerungsobjekts nicht ohne Weiteres den Schluss auf eine verwerfliche Gesinnung des Bieters im Sinne von § 138 Abs. 1 BGB, so die Richter ...

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