Rechtliche Besonderheiten bei Archivbildern

von Sebastian Dramburg

Alte Fotos wecken gute und schlechte Erin­ne­run­gen, sind oft lus­tig und manch­mal sogar pein­lich. Wäh­rend Pri­vat­leute diese Reli­quien in Foto­al­ben oder auf ande­ren Spei­cher­me­dien zu Hause auf­be­wah­ren, lan­den wirt­schaft­lich, gesell­schaft­lich oder kul­tu­rell bedeut­same Foto­gra­fien bei Medi­en­ver­la­gen zwangs­läuf­lich „im Archiv“, um bei Bedarf sofort zur Ver­fü­gung zu stehen.

Diese Archive wer­den teil­weise auch der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht, wie etwa beim Deut­schen Museum in Mün­chen, das seine Aus­stel­lung nun mit­hilfe von Google digi­ta­li­sie­ren wird, sodass sich die Frage nach recht­li­chen Beson­der­hei­ten von Archiv­bil­dern stellt.

Urheber- und Persönlichkeitsrechte

Da es sich bei Foto­gra­fien um die Ergeb­nisse mensch­li­cher Arbeit han­delt, kommt bei Archiv­bil­dern das Urhe­ber­recht zur Anwen­dung. Neben den ver­schie­de­nen Urhe­ber­rech­ten des Bild­schöp­fers (Foto­gra­fen) sind aber auch die Per­sön­lich­keits­rechte der abge­bil­de­ten Per­so­nen oder die Urhe­ber­rechte des Schöp­fers bzw. die Rechte des Eigen­tü­mers des abge­bil­de­ten Wer­kes zu berück­sich­ti­gen. Ohne die Ein­wil­li­gung die­ser Per­so­nen dür­fen die Bil­der nicht ver­brei­tet, also auch nicht archi­viert werden.

Rechte des Urhebers

Dem Urhe­ber eines Fotos ste­hen nach dem Urhe­ber­rechts­ge­setz (UrhG) ver­schie­dene Rechte an sei­nem Werk zu: u.a. das Recht dar­über zu ent­schei­den, ob und wie das Werk ver­öf­fent­licht (§ 12 UrhG), ver­brei­tet (§ 17 UrhG) und als Werk des Urhe­bers kennt­lich gemacht wird (§ 13 UrhG). Das Ver­brei­tungs­recht, also das Recht, das Ori­gi­nal oder Ver­viel­fäl­ti­gungs­stü­cke des Wer­kes der Öffent­lich­keit anzu­bie­ten oder in Ver­kehr zu brin­gen, ist dabei das für Archive rele­van­teste ...

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