Bilder von nackten Kindern nur noch halb so schlimm

von Karsten Gulden

Am Donnerstag sollte der Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht verabschiedet werden. Der Entwurf sah unter anderem vor, dass die “unbefugte” Herstellung eines Fotos eines nackten Kindes oder die Verbreitung strafbar sein sollte. Strafbar wären demnach unter Umständen auch Schnappschüsse von nackten Kindern gewesen. Dies ging vielen zu weit. Ein Feinschliff musste her. Dieser liegt nun vor. Eine Kehrtwende um 179 Grad, da selbst das Fotografieren von nackten Kindern nur noch strafbar sein soll, wenn die Bilder verkauft oder in Tauschbörsen eingestellt werden sollten.

In der Praxis wird dies wohl die Tür zur Straffreiheit bilden (man habe die Bilder niemals verkaufen wollen oder in Tauschbörsen einstellen wollen…).

Die Verbreitung von Nacktbildern von Erwachsenen soll auch nur noch strafbar sein, wenn die Bilder geeignet seien, dem Ansehen der Person erheblichen Schaden beizufügen. Die Nacktheit allein reicht also nicht.

Wieso der Rückzieher?

Grund ist unsere Verfassung und das Verbot einer Gefährdungsstrafbarkeit. Mit anderen Worten: Der ursprüngliche Gesetzesentwurf hätte einer verfassungsrechtlichen Überprüfung wahrscheinlich nicht standgehalten ...

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