Kosten einer Scheidung als außergewöhnliche Belastung

Die Kosten einer Ehescheidung können als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd berücksichtigt werden.

Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 16.10.2014 – 4 K 1976/14

Scheiden tut weh. Das gilt auch in finanzieller Hinsicht, denn für ein Scheidungsverfahren entstehen meist nicht unerhebliche Gerichts- und Anwaltskosten.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes war es jahrzehntelang anerkannt, dass Betroffene die Kosten für ein gerichtliches Verfahren über die Scheidung und bestimmte Scheidungsfolgesachen (Unterhalt, elterliche Sorge, Umgangsrecht, etc.) als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzen können.

Der BFH hat diese Kosten als „zwangsläufig“ betrachtet, was Voraussetzung für die steuerliche Geltendmachung als außergewöhnliche Belastungen ist, da davon ausgegangen wurde, dass Ehegatten sich nur dann scheiden lassen, wenn die Ehe derart zerrüttet ist, dass ihnen ein Festhalten daran unmöglich wäre.

Änderung der Rechtslage zu Scheidungskosten

Dieser jahrelangen Praxis hatten sich auch die Finanzämter unterworfen, jedenfalls bis der Gesetzgeber im Jahre 2013 die steuerrechtliche Vorschrift des § 33 EStG dahingehend geändert hat, dass Prozesskosten künftig nur noch dann als außergewöhnliche Belastungen gelten, wenn der Steuerpflichtige dadurch die Existenzgrundlage zu verlieren droht ...

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