Kollegenschwein - Fristlose Kündigung nach Beleidigung des Teamleiters

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 07.05.2014 - 11 Sa 905/13 Kollegenschwein - Fristlose Kündigung nach Beleidigung des Teamleiters Wer den Vorgesetzten im Gespräch mit dem Unternehmenschef als "Kollegenschwein" bezeichnet, dem kann nicht immer sofort gekündigt werden. Auch wenn eine Beleidigung des Arbeitgebers oder einer seiner Repräsentanten grundsätzlich zur fristlosen Kündigung führen kann. Der Sachverhalt

Nach einer Mitteilung der Deutschen Anwaltshotline, sprach ein technischer Angestellter im Rahmen eines Wiedereingliederungsgespräch mit dem Chef des Unternehmens, um in eine andere Abteilung versetzt zu werden. Er akzeptierte seinen Teamleiter nicht nannte und ihn ein "Kollegenschwein".

Der Chef aber setzte ihn nicht woanders ein, sondern vor die Tür: Denn auch wenn der Arbeitnehmer dies in einem vertraulichen Gespräch unter vier Augen äußerte, müsse der Chef die Beleidigung einer seiner Mitarbeiter nicht dulden. Er habe den Teamleiter wiederholt in ehrverletzender Weise als Kollegenschwein bezeichnet. Er kündigte dem Angestellten daher fristlos. Dieser aber ließ sich dies wiederum nicht gefallen und erhob dagegen Kündigungsschutzklage.

Das Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln (11 Sa 905/13)

Die Kündigung hat das Arbeitsverhältnis der Parteien weder fristlos gemäß § 626 Abs. 1 BGB noch ordentlich (§ 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG) aufgelöst, denn die Kündigungen erweisen sich als unverhältnismäßig und halten einer Interessenabwägung aufgrund der besonderen Umstände des Einzelfalls nicht stand.

Zwar stelle eine Beleidigung des Arbeitgebers, seiner Vertreter und Repräsentanten oder von Arbeitskollegen einen Pflichtverstoß dar, der an sich eine außerordentliche, fristlose Kündigung rechtfertigen kann. Jedoch seien stets die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. In diesem Fall handelte es sich um einen einmaligen Vorfall, der sich zudem in Abwesenheit des gemeinten Teamleiters ereignete ...

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