Das Ende der kostenlosen Zweitbrille: BGH spricht Werbeverbot aus

von Andreas Biesterfeld Kuhn

Das Ende der kostenlosen Zweitbrille: BGH spricht Werbeverbot aus

Von Andreas Biesterfeld-Kuhn, 10. November 2014

Jeder Brillenträger weiß, dass der Kauf einer Brille eher selten mit Spaß verbunden ist: Denn wenn man beim Optiker vorm Spiegel steht, sieht man aufgrund seines Sehfehlers nie selbst, ob die in Betracht gezogenen Modelle einem überhaupt stehen.

Trifft man endlich eine Kaufentscheidung aus dem Halbblinden heraus, läuft man oft jahrelang tagein tagaus mit demselben Brillengestell durch die Gegend. Egal, ob das übrige Outfit gerade schick oder leger, festlich oder sportlich ist: Das Nasenfahrrad bleibt immer dasselbe und verschmilzt schlimmstenfalls sogar mit der Persönlichkeit seines Trägers.

Dieser Langeweile könnte entrinnen, wer den Mut aufbrächte, sich eine zweite Brille zuzulegen: Doch davor schrecken die meisten zurück, weil sie befürchten, viel Geld auszugeben oder sich beim Kauf der zweiten Brille einen (weiteren/noch viel schlimmeren) Fehlgriff zu leisten. Wer keinen ausgeprägten Brillenfetisch hat, legt sich eine neue Brille deshalb im Zweifel nur dann zu, wenn radikale Veränderungen im Leben anstehen oder sich die Sehschärfe radikal verschlechtert.

Wie also lockt man als Optiker den „Bodensatz“, der eigentlich keine neue Brille braucht, trotzdem ins Geschäft? Richtig: Man schenkt ihm eine zweite Brille kostenlos obendrauf.

Kostenlose Zweitbrille im Wert von 89 €

Zu dieser Werbestrategie entschloss sich auch eine Optikerkette aus Schwaben, die im Herbst 2010 einen Werbeflyer verteilte, in dem sie Brillen mit Premium-Einstärkengläsern zum Preis von 239 € und Brillen mit Premium-Gleitsichtgläsern zum Preis von 499 € anbot. Zudem kündigte sie mit einem hervorgehobenen Hinweis in dieser Werbung an, dass die Käufer zusätzlich eine kostenlose Zweitbrille im Wert von 89 € erhalten würden ...

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