Mietrecht - Wenn aus der Wohnung des Nachbarn ein unerträglicher Geruch dringt

Amtsgericht Bonn, Urteil vom 02.10.2014 - 201 C 334/13 Mietrecht - Wenn aus der Wohnung des Nachbarn ein unerträglicher Geruch dringt Schwere Geruchsbelästigungen aus der Wohnung eines Mieters können eine zumindest fristgerechte Kündigung des Mietverhältnisses rechtfertigen, so das Urteil (201 C 334/13) des Amtsgerichts Bonn. Der Mieter habe den Hausfrieden in massiver Weise gestört, so das Gericht. Der Sachverhalt

Der 82-jährige Mieter bewohnt seit mehr als 50 Jahren die Wohnung der Klägerin. Bereits zu Lebzeiten seiner Eltern bewohnte er mit diesen die Wohnung. Ein schriftlicher Mietvertrag existiert nicht mehr. Seit 42 Jahren lebt der Beklagte allein in dieser Wohnung.

Mitbewohner des Hauses beschwerten sich seit längerem über einen unerträglichen Gestank, der aus der Wohnung des Mieters drang. Nach einem Orttermin rügte die Vermieterin, dass das Bad des Mieters sehr verdreckt und der Badezimmerboden mit einem klebrigen Schmierfilm versehen sei. Des Weiteren gebe es penetrante Gerüche von Pferdesalbe, altem Schuhputzzeug und Reinigungsmitteln. Zwei andere Mietparteien seien wegen des Gestanks bereits ausgezogen, so die Vermieterin. Die leer stehenden Wohnungen könnten aufgrund der Geruchsbelästigungen zur Zeit nicht weiter vermietet werden.

Nach einigen Abmahnungen erklärte die Vermieterin die Kündigung des Mietverhältnisses wegen weiter bestehender Geruchsbelästigung und dadurch hervorgerufener nachhaltiger Störung des Hausfriedens. Der Mieter räumte die Wohnung nicht, die Vermieterin erhob Klage.

Der Mieter wehrte sich gegen die Klage und trug vor, dass der unangenehme Geruch durch die seit 50 Jahren nicht modernisierte Toilette gekommen sei. Nach Austausch der Toilette habe sich die Geruchsbildung verringert ...

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