Ist Alkohol in der Schwangerschaft ein Verbrechen?

von Mirko Laudon

Die Frage war bis­lang eine mo­ra­li­sche, keine straf­recht­li­che. In Deutsch­land kom­men jähr­lich ca. 2.000 Kin­der mit feta­lem Al­ko­hol­syn­drom auf die Welt, was da­nach die häu­figste Schä­di­gung dar­stellt, die bei Neu­ge­bo­re­nen auf­tritt. Bri­ti­sche Rich­ter müs­sen nun erst­mals ent­schei­den, ob ei­nem sie­ben­jäh­ri­ges Mäd­chen eine Ent­schä­di­gung zu­steht und ob die Mut­ter sich straf­bar machte, in­dem sie in der Schwan­ger­schaft Al­ko­hol trank.

Be­reits ge­ringe Men­gen Al­ko­hol kön­nen die Ent­wick­lung nach­hal­tig schä­di­gen // Foto: Light Im­pres­sion / fotolia.com

Im kon­kre­ten Fall han­delt es sich um ein sie­ben­jäh­ri­ges Mäd­chen, das in den Ge­richts­ak­ten nur mit den In­itia­len „CP“ ge­führt wird. Sie kam mit ei­nem Feta­len Al­ko­hol­syn­drom (FAS) zur Welt, ihre kör­per­li­che wie ko­gni­tive Ent­wick­lung ist schwer ge­stört. In ei­nem ers­ten Ur­teil hatte ein Ge­richt be­fun­den, dass die Mut­ter bös­ar­tig Gift ver­ab­reicht und so das Le­ben des un­ge­bo­re­nen Kin­des oder ei­nen schwer­wie­gen­den kör­per­li­chen Scha­den ris­kiert habe. Dar­über hin­aus sei die Mut­ter geis­tig in der Lage ge­we­sen, die Fol­gen ih­res Ver­hal­tens vorauszusehen.

Das Ge­richt der nächst­hö­he­ren In­stanz hob die Ent­schei­dung al­ler­dings auf und be­fand, dass die Schä­di­gung des Kin­des zwar kau­sal durch den Al­ko­hol­miss­brauch der Mut­ter ent­stan­den sei ...

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