Abgeltungssteuer bei Gesellschafterdarlehen

von Udo Schwerd

Sogenannte Gesellschafterdarlehen an die GmbH spielten in Deutschland schon immer eine wichtige Rolle und werden im Steuerrecht i.d.R. auch als echte Darlehen anerkannt, wobei gerade bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern und bei Darlehensverträgen unter nahen Angehörigen einige formale Dinge zu beachten sind, um im Falle von Zinszahlungen der GmbH das Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung auszuschließen. Angesichts der zunehmenden Zurückhaltung der Banken bei der Zusage von Krediten werden Gesellschafterdarlehen auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der GmbH spielen.

Abgeltungssteuer bei Gesellschafterdarlehen

Darlehen eines Gesellschafters an die GmbH (= Gesellschafterdarlehen) werden vom deutschen Steuerrecht grundsätzlich voll anerkannt, d.h. der Gesellschafter gewährt der GmbH ein Darlehen, das bei dieser zu einer echten Darlehensverbindlichkeit führt, die in der Bilanz unter den Sonstigen Verbindlichkeiten je nach Restlaufzeit (bis 1 Jahr, 1 bis 5 Jahre oder größer 5 Jahre) auszuweisen ist. Die von der Gesellschaft zu zahlenden Zinsen auf die Darlehensschuld stellen bei der GmbH grundsätzlich Betriebsausgaben dar, wobei die Beschränkungen der Zinsschranke gem. § 8a KStG zu beachten sind. Beim Gesellschafter handelt es sich in Höhe der gezahlten Zinsen um steuerpflichtige Zinseinkünfte, wobei durch den BFH nunmehr höchstrichterlich entschieden wurde, dass diese mit dem individuellen Einkommensteuertarif zu versteuern sind, wenn es sich um einen Gesellschafter handelt, der zu mindestens 10% am Stammkapital der GmbH beteiligt ist.

In seinem Urteil vom 29.04.2014 hat der VIII. Senat des BFH entschieden,

dass die Anwendung des gesonderten Steuertarifs von 25% für Einkünfte aus Kapitalvermögen gemäß § 32d Abs ...

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