Kalt abgeduscht: Arbeitsrechtliche Konsequenzen einer „Ice Bucket Challenge“

von Alexander Bissels

Wieder ist das „Freizeitverhalten“ in sozialen Netzwerken einer Arbeitnehmerin zum arbeitsrechtlichen Verhängnis geworden. Dabei ging es um die sog. Ice Bucket Challenge, die im Sommer für großes mediales Aufsehen sorgte. Die nominierten Teilnehmer mussten sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf schütten oder zugunsten der Erforschung der Nervenkrankheit ALS spenden. Dies wurde gefilmt und das Video etwa auf Facebook eingestellt. Wer teilgenommen hatte, nominierte weitere Freunde und Bekannte.

Facebook-Video aus dem Klinik-OP

Das ArbG Lübeck (Az. 4 Ca 2333/14) musste sich laut einer Pressemitteilung vom 15. Oktober 2014 dabei mit folgendem Sachverhalt befassen: Eine Klinik im Kreis Ostholstein hat einer langjährig bei ihr beschäftigten OP-Leiterin gekündigt, weil diese sich Anfang September im OP-Bereich der Klinik einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf hatte schütten lassen und das Video hierzu bei Facebook veröffentlicht hatte.

Die Klinik wirft der Mitarbeiterin vor, überhaupt nicht an der Ice Bucket Challenge teilgenommen zu haben, weil sie zu einer Spende zugunsten eines regionalen Tierheims aufgefordert habe. Sie habe mit der Aktion zudem gegen Hygienevorschriften verstoßen und sieht sie als Mitarbeiterin mit Führungsverantwortung nicht mehr tragbar. Die Klinik hat der ordentlich nicht mehr kündbaren Arbeitnehmerin zwar angeboten, das Arbeitsverhältnis als Krankenschwester fortzusetzen, worauf sich diese aber nicht eingelassen hat ...

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