Gewinnbeteiligung? Ja, aber erst in 25 (!) Jahren

von Thorsten Blaufelder

Nov 4

Arbeitgeber sollten ihren Mitarbeitern zugesagte Gratifikationen auch zeitnah auszahlen. Auch gegenteilige Vereinbarungen können unwirksam sein, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg in Stuttgart in einem am 31.10.2014 veröffentlichten Urteil zur Wala Heilmittel GmbH entschied (AZ: 17 Sa 20/14). Hinausgeschobene Auszahlungen müssen danach zumindest insolvenzgesichert und verzinst sein.

Die Wala Heilmittel GmbH im schwäbischen Bad Boll gehört zu den führende deutschen Herstellern anthroposophischer Arzneimittel; zum Unternehmen gehört zudem die Dr. Hauschka Kosmetik. Träger der Firma mit dem Wahlspruch und Werbeslogan „Aus der Natur für den Menschen“ ist eine Stiftung.

Nach Medienberichten gibt es in dem Unternehmen keine Manager-Boni. Stattdessen werden alle Mitarbeiter mit Gratifikationen am Gewinn beteiligt. Allerdings will Wala diese möglichst lange im Unternehmen halten. Zahltag ist in der Regel erst nach 25 Jahren – und auch dann nur in zehn Jahresraten.

Geklagt hatte ein ehemaliger Lagerarbeiter. Von 1999 bis 2008 waren für ihn Gratifikationen zwischen 4.400 und 9.060,00 € pro Jahr ausgewiesen worden –in zehn Jahren insgesamt 65.135,00 €. Bislang hat er dieses Vermögen allerdings nur auf dem Papier gesehen. Mit seiner Klage will er erreichen, dass das Geld nun auch ausgezahlt wird ...

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