Fehlbildungsrate als Hauptargument für das Inzestverbot

von Mirko Laudon

Der Bei­schlaf zwi­schen Ver­wand­ten – ins­be­son­dere un­ter Ge­schwis­tern – ist gem. § 173 StGB in Deutsch­land straf­bar und ge­hört noch im­mer zu ei­nem ge­sell­schaft­li­chen Ta­bu­thema, das die Ge­mü­ter er­hitzt wie nur we­nig an­dere. Dem­ent­spre­chend hef­tig wurde die Stel­lung­nahme des Deut­schen Ethik­rats kri­ti­siert, der emp­fahl, das straf­recht­li­che Ver­bot des ein­ver­nehm­li­chen Bei­schlafs un­ter er­wach­se­nen Ge­schwis­tern aufzuheben.

Fehl­bil­dungs­rate als Hauptargument

Die hö­here Wahr­schein­lich­keit für eine Be­hin­de­rung des leib­li­chen Kin­des von Ge­schwis­tern (Fehl­bil­dungs­rate) ist in der Be­völ­ke­rung das Haupt­ar­gu­ment für ein In­zest­ver­bot. Die­ses ist als Ar­gu­ment al­ler­dings kaum halt­bar. Bei ei­ner ge­wöhn­li­chen Schwan­ger­schaft zwi­schen nicht-blutsverwandten Part­nern liege das Ri­siko für eine Fehl­bil­dung zwi­schen zwei und vier Pro­zent. Bei Halb­ge­schwis­tern liege es zwi­schen 15 und 20 Pro­zent, bei Voll­ge­schwis­tern bei 25 Prozent.

Im Ver­gleich dazu tra­gen an­dere Part­ner­schaf­ten weit­aus hö­here ge­ne­ti­sche Ri­si­ken – bei­spiels­weise bei spät­ge­bä­ren­den Frauen über 45 oder Men­schen mit An­la­gen für Erb­krank­hei­ten wie Mu­ko­vis­zi­dose oder ei­ni­gen Krebs­ar­ten (BRCA1) ...

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