Die geerbten Schulden - Haftung für Mietschulden beschränkbar

Rechtsanwaltskammer Koblenz Die geerbten Schulden - Haftung für Mietschulden beschränkbar Erben ist nicht risikolos, denn ein Erbe tritt den Nachlass des Verstorbenen mit all seinen Rechten und Pflichten an. Erbt er ein bestehendes Mietverhältnis samt Schulden, muss er auch für die rückständigen oder fortlaufenden Verbindlichkeiten haften. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Haftung zu begrenzen. Ein Beitrag der Rechtsanwaltskammer Koblenz

Gemäß dem gesetzlichen Eintrittsrecht geht das Mietverhältnis nach dem Tod des Mieters auf den Ehegatten, den Lebenspartner, die Kinder oder auf sonstige Familienangehörige aus dem Haushalt des verstorbenen Mieters über. Lehnen die eintrittsberechtigten Personen nach einer Frist von einem Monat gegenüber dem Vermieter den Eintritt ab, wird das Mietverhältnis automatisch mit dem Erben fortgeführt. Wenn auch der Erbe an einer Fortführung nicht interessiert ist, muss er das Mietverhältnis kündigen. Bis zum Kündigungstermin ist er allerdings verpflichtet, die Miete zu zahlen und für alle offenen Forderungen zu haften. Dazu zählen offene Mietzahlungen, Kosten für Schönheitsreparaturen, die der Erblasser in der Vergangenheit versäumt hat, eventuelle Rückbauverpflichtungen sowie rückständige Voraus- bzw. Nachzahlungen der Betriebskosten. Der Erbe ist auch dafür verantwortlich, dass keine weiteren Schäden und Kosten, zum Beispiel durch Leerstand oder Wasserrohrbruch in unbeheizten Räumen auftreten.

Von diesen Verpflichtungen kann sich der Erbe entbinden. Dafür muss er die Erbschaft ausschlagen und innerhalb von sechs Wochen gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht seinen Verzicht erklären. Nimmt der Erbe die Erbschaft an und erfährt er im Nachhinein, dass er auch Schulden geerbt hat, kann er die Annahme der Erbschaft immer noch anfechten ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK