Gesetzliche Erbfolge in England neu geregelt

von Bernhard Schmeilzl

Seit 1. Oktober 2014 gelten im Vereinigten Königreich (UK) stark geänderte Regeln, wer wieviel aus der Erbmasse erhält, wenn der Verstorbene kein Testament hinterlassen hat. Der Inheritance and Trustees’ Powers Act 2014 (voller Gesetzestext hier) stärkt vor allem die Rechte des überlebenden Ehegatten, wenn keine Kinder des Erblassers vorhanden sind. Verlierer der Gesetzesänderung sind die Eltern und Geschwister des Erblassers. Die gesetzliche Erbfolge (Intestate Rules) ist in Großbritannien von großer praktischer Bedeutung, weil mehr als ein Drittel aller Briten ohne Testament sterben (in Deutschland ist der Prozentsatz übrigens noch deutlich höher).

Was sind die wesentlichen Änderungen?

  • Für den Ehegatten: Der “Surviving Spouse“ (bzw. der „Civil Partner“) wird nun automatisch Alleinerbe, wenn keine Kinder vorhanden sind. Nach den bisherigen Regeln der gesetzlichen Erbfolge bekam der Partner aus dem Nachlassvermögen einen Betrag bis zu 450.000 GBP, das darüber hinaus gehenden Vermögen wurde nach bestimmten Regeln zwischen den Eltern und Geschwistern des Verstorbenen aufgeteilt. Hinweis: Der Begriff „Erbe“ ist für das englische Erbrecht eigentlich unpassend und irreführend, da in UK der Nachlass (the Estate) – anders als in Deutschland – nicht automatisch auf die Erben übergeht, sondern von einem Personal Representative verwaltet wird (oft als Trust über viele Jahre) und das Vermögen erst später auf die sog. Beneficiaries (Begünstigten) ausgeschüttet wird.
  • Für die Kinder: Hinterlässt der Verstorbene Kinder, so erhält der überlebende Ehegatte (oder der Civil Partner) nach dem neuen Erbrecht zunächst ein „Statutory Legacy“ in Höhe von 250.000 GBP (nach deutscher Terminologie wäre dies also ein gesetzliches Vorausvermächtnis) plus die „Personal Belongings“ ...
Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK