AG Nürnberg verurteilt Allianz Versicherung mit mehr als kritisch zu betrachtendem Urteil vom 5.9.2014 -18 C 4522/14 – zur Zahlung restlicher Sachverständigenkosten.

von Willi Wacker

Hallo verehrte Captain-Huk-Leser,

zum Wochenbeginn geben wir Euch ein Hammer-Schrotturteil aus Nürnberg bekannt. In der Redaktion wurde lange diskutiert, ob wir dieses Urteil veröffentlichen sollten oder nicht. Letztlich gewann die Erkenntnis, dass wir dieses Urteil als warnendes (abschreckendes) Beispiel einstellen sollten, die Oberhand. Obwohl der BGH in dem Urteil vom 11.2.2014 – VI ZR 225/13 – entschieden hatte, dass der Geschädigte eines Verkehrsunfalls BVSK und dessen Honorarumfrage nicht kennen muss, wird auf diese Umfrage im nachfolgenden Urteil abgestellt. Die promovierte Amtsrichterin des AG Nürnberg prüft im Schadensersatzprozess werkvertragliche Gesichtspunkte. Darüber hinaus hat sie offenbar noch nicht einmal ins Gesetz geschaut, denn die von ihr bezeichnete”ortsübliche Vergütung” gibt es nicht im § 632 II BGB. Dort steht lediglich “übliche Vergütung”. Der Geschädigte bekommt im konkreten Fall eine Abfuhr, indem im Schadensersatzprozess nach werkvertraglichen Gesichtspunkten auf der Grundlage von BVSK gekürzt wird, was das Zeug hält. Und das nach den beiden neueren BGH-Urteilen. Einfach nur noch unglaublich, sind wir der Meinung. Was meint Ihr?

Viele Grüße und – trotzdem – eine schöne Woche. Willi Wacker

Amtsgericht Nürnberg

Az.: 18 C 4522/14

IM NAMEN DES VOLKES

In dem Rechtsstreit

- Kläger -

gegen

Allianz Versicherungs AG, vertreten durch d. Vorstand Severin Moser, Königinstraße 28, 80802 München,

- Beklagte -

wegen Schadensersatz

erlässt das Amtsgericht Nürnberg durch die Richterin am Amtsgericht Dr. W. am 05.09.2014 ohne mündliche Verhandlung gemäß § 495a ZPO folgendes

Endurteil

1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 17,71 € nebst Zinsen hieraus in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit 19.03.2014 sowie weitere 26,30 € zu bezahlen.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

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