Keine Gebäudesanierung ohne Bauplanung und Bauüberwachung!

von Mathias Münch

Wer die Sanierung eines Gebäudes in Auftrag gibt, ist gut beraten, bei der Bauplanung und Bauüberwachung Architekten bzw. Ingenieure einzusetzen. Das hätte auch der Bauherr in einer vom OLG Celle entschiedenen Sache beherzigen sollen, der die Sanierung eines ausgebrannten Hauses dem Bauunternehmen überließ. Immerhin sprach ihm das Gericht Schadensersatz zu.

OLG Celle v. 1.8.2013 – 16 U 29/13

Der Kläger hatte ein stark brandgeschädigtes Haus erworben und beauftragte den Beklagten mit dem Neuaufbau des Dachgeschosses und des Dachstuhls. An eine ordentliche Bauplanung und Bauüberwachung wurde nicht gedacht. Das Bauunternehmen führte die Dachstuhlsanierung nach eigenem Gutdünken aus – ohne Einholung einer Statik. In der Folge kam es zu massiven Rissen in den tragenden Wänden, was eine provisorische Stabilisierung des Gebäudes und später das Aufstellen eines zusätzlichen Fachwerks vor die Außenwände mit eigener Gründung erforderte. Das LG Stade und das OLG Celle sprachen dem Bauherrn Schadensersatz gegen den Bauunternehmer zu.

Funktionale Leistungsbeschreibung und Sowiesokosten

Das Bauunternehmen verteidigte sich damit, dass die Leistung nicht mangelhaft sei. Eine andere Ausführung sei nicht möglich gewesen, möglicherweise seien die Wände auch gar nicht in der Lage rissfrei den Dachstuhl zu tragen. Der vom Gericht bestellte Sachverständige ermittelte allerdings etwas anderes: Nach seinem Gutachten lagen die Schäden an der fehlerhaften statischen Ausführung.

Das Bauunternehmen kann auch nicht einwenden, Mehrkosten für ein zusätzliches Fachwerk seien Sowieso-Kosten. So genannte Sowiesokosten entstehen immer dort, wo im Rahmen einer Mängelbeseitigung zusätzliche Arbeiten ausgeführt werden müssen, die nicht beauftragt wurden, aber ohnehin notwendig gewesen wären. Wenn der Bauunternehmer Mehrarbeiten leisten muss, die bei der Beauftragung vergessen wurden oder noch nicht bekannt waren, sollen die Mehrkosten ihm nicht zur Last fallen ...

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