Freispruch für DJ Sash! vom Vorwurf der Vergewaltigung

von Rainer Pohlen

DJ Sash!

Es ist gekommen, wie es nach meiner Einschätzung der Beweislage kommen musste. Der international renommierte DJ Sash! ist von einem Gericht im finnischen Tampere vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden.

Der Freispruch wurde gestern Mittag um 14 Uhr Ortszeit verkündet, wie uns der finnische Rechtsanwalt Gummerus telefonisch mitteilte. Damit ist hoffentlich ein endgültiger Schlussstrich unter ein Verfahren gezogen worden, dass meines Erachtens niemals zu einer Anklage hätte führen dürfen.

Ich habe am Dienstag der vergangenen Woche auf Verteidigerseite an dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefundenen Prozess teilgenommen und dabei Einiges über die Unterschiede zwischen deutschem und finnischem Strafprozessrecht gelernt. Darüber habe ich im strafblog bereits berichtet. Insbesondere sind wir vom Gericht zum Stillschweigen über den Verhandlungsverlauf verdonnert worden, und selbstverständlich werde ich mich daran halten.

Deshalb nur so viel: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in Deutschland schon aufgrund der Aktenlage keine Anklage gegeben hätte. Die polizeilichen Aussagen der Belastungszeugen waren nach meinem Dafürhalten überaus widersprüchlich und teilweise regelrecht lebensfremd. Sash! hat das behauptete Tatgeschehen immer bestritten und hierfür auch einen Zeugen an seiner Seite gehabt. Die finnische Polizei und der Untersuchungsrichter hatten wohl auch von Beginn an ihre Zweifel, sonst hätte der Erlass eines Haftbefehls nahe gelegen.

Dass es Monate nach dem angeblichen Tatgeschehen dennoch zu einer Anklage kam, hat Sash! überrascht und schockiert. So ein Vorwurf kann – auch wenn er völlig unberechtigt ist – existenzgefährdend sein. Das gilt erst recht, wenn man im Licht der Öffentlichkeit steht und von seinem guten Ruf lebt ...

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