Irrtümer des Gesetzgebers? – Tatsachen zu Vor- und Nachteilen der Europäischen Aktiengesellschaft (SE)

von Reimund Von Der Höh

Die Europäische Aktiengesellschaft (SE) ist eigentlich für große, multinational tätige Konzerne gedacht. Wie eine Studie von CMS Hasche Sigle anlässlich des zehnten Geburtstags dieser neuen Rechtsform zeigt, bedienen sich in der Masse aber vor allem mittelständische Unternehmen der SE.

Gedacht für Großunternehmen

Eigentlich verfolgte der europäische Gesetzgeber mit der Schaffung der SE große Ziele. Multinational tätigen Unternehmen sollte der so genannte „merger of equals“ ermöglicht werden. Dabei handelt es sich um den gleichberechtigten Zusammenschluss zweier annähernd gleich großer Unternehmen. Auch sollten Kooperationen mehrerer Unternehmen aus verschiedenen Mitgliedstaaten erleichtert werden.

In der Praxis genutzt von Mittelständlern

Betrachtet man hingegen die aktuell als SE firmierenden Unternehmen, so sind dies – neben einigen Großkonzernen – vor allem (größere) Mittelständler. Ein Bedarf für diese Rechtsform besteht offenkundig nicht nur bei den multinational tätigen Großunternehmen. Die Gründe finden sich auchin den Strukturen einer SE.

Monistische Struktur

Mit der SE lassen sich erstmals in Deutschland eine monistische Binnenstruktur und eine kapitalmarktfähige Gesellschaft vereinen. Bei einer deutschen AG gibt es einen Vorstand, der das Unternehmen leitet. Daneben existiert ein Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht und berät. In der monistischen Struktur kann die SE dagegen auch mit einem Verwaltungsrat ausgestaltet werden, der beide Aufgaben vereint.

Es verwundert nicht, dass ungefähr die Hälfte aller deutschen SE monistisch verfasst sind. Gerade mittelständische Unternehmen sparen sich so den mit der Aufspaltung in zwei Organe verbundenen Aufwand und damit verbundene Kosten. Für größere, mitbestimmte Unternehmen ist diese Struktur dagegen nicht so attraktiv, da sie eine Mitbestimmung auch im Leitungsorgan zur Folge hat ...

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