Alternierende Telearbeit - keine einseitige Beendigung durch den Arbeitgeber

von Christian Rolfs

Das LAG Düsseldorf hat entschieden, dass der Arbeitgeber eine vertragliche Vereinbarung zur "alternierenden Telearbeit" (60% der Arbeitszeit werden im Büro verbracht, 40% von zu Hause mit Telearbeit) nicht einseitig widerrufen kann. Solle der Arbeitnehmer künftig seine vollständige Arbeitsleistung an der Betriebsstätte des Arbeitgebers verrichten, handele es sich um eine Versetzung, die der Zustimmung des Betriebsrats bedürfe (§ 99 Abs. 1 BetrVG). Individualrechtlich müsse die Versetzungsanordnung "billigem Ermessen" (§ 106 GewO) standhalten. Dies gelte auch dann, wenn ein Rechtsanspruch auf die alternierende Telearbeit vertraglich ausgeschlossen sei.

Der Kläger war bei der Beklagten, einer überregional tätigen Bank, zuletzt als Firmenkundenbetreuer tätig. Die Parteien vereinbarten im Jahr 2005 alternierende Telearbeit. Ausweislich dieser Vereinbarung war der Kläger zu mindestens 40% an der häuslichen Arbeitsstätte tätig. Die betriebliche Arbeitsstätte war die Niederlassung der Beklagten, die je nach Verkehrsweg 70 bis 90 km vom Wohnort des Klägers entfernt lag. In der Vereinbarung zur Telearbeit hieß es, dass ein Rechtsanspruch auf einen alternierenden Telearbeitsplatz nicht begründet wird. Weiter war vereinbart, dass die häusliche Arbeitsstätte von beiden Parteien mit einer Ankündigungsfrist von vier Wochen aufgegeben werden kann. Nachdem die Parteien im Herbst 2013 erfolglos über die einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses verhandelt hatten, kündigte die Beklagte die Vereinbarung der Telearbeit. Dabei beteiligte sie den Betriebsrat nicht.

Der Kläger ist der Ansicht, die Beendigung der Telearbeit sei unwirksam ...

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