Der Polizist als idealer Zeuge?

von Alexandra Braun

Jeder Strafverteidiger kennt die Problematik mit Polizeizeugen. Sie genießen – in aller Regel- einen Vertrauensvorschuss bei Gericht wie kaum eine andere Berufsgruppe. Strafverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte dürften eine Freispruchquote im Promillebereich haben, aber das ist nur eine grobe Schätzung von mir. Polizisten sind auch die einzigen Zeugen, die sich mit Hilfe ihrer Unterlagen auf einen Gerichtstermin vorbereiten. Einmal die Strafanzeige von damals und das Vernehmungsprotokoll gelesen und schon weiß man wieder genau, was vor 17 Monaten passiert ist. Man stelle sich vor, ein Entlastungszeuge würde bei Gericht darum bitten, mal eben noch einmal schnell seine Aussage von damals lesen zu dürfen.

Zudem wissen Polizeibeamte ziemlich genau, worauf es bei ihrer Zeugenaussage ankommt. Die Tatbestandsmerkmale des vorgeworfenen Delikts sind ihnen bekannt und die Aussagen sind oft darauf ausgerichtet, jedes Merkmal “abzuarbeiten”. Hinzu kommt, dass ein Freispruch von einigen Beamten als Niederlage empfunden wird ...

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