Grober Fehler wenn Zahnarzt Patient mit fehlerhafter Brücke ziehen lässt: OLG Hamm 12-09-14

von Philip Christmann

Grober Fehler wenn Zahnarzt Patient mit fehlerhafter Brücke ziehen lässt: OLG Hamm 12-09-14

Ist ein von einem Zahnarzt eingelieferter Zahnersatz mangelhaft und nachbesserungsbedürftig (hier: bei fünf Zähnen abstehende Kronenränder), so handelt der Zahnarzt grob fehlerhaft, wenn er den Patienten vor Abschluss der Behandlung entlässt, ohne ihn ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass die von ihm eingegliederte Brücke nachbesserungsbedürftig ist (OLG Hamm, Urteil vom 12.09.2014 - 26 U 65/13).

Der Fall:

Im Dezember 2007 ließ sich ein 57jähriger Patient von dem beklagten Zahnarzt eine Brücke im Oberkiefer einfügen. Diese wies an den Kronenrändern eine Stufe zu den natürlichen Zähnen auf, so dass die Kronenränder abstanden. Der Zahnarzt beseitigte diesen Mangel bei der letzten Behandlung des Klägers Anfang 2008 nicht. Der Kläger suchte den Beklagten erneut Ende 2008 auf und klagte Beschwerden wegen der Brücke. Das Zahnfleisch stoße gegen die Kante des Zahnersatzes, was Reizungen, Blutungen, Rötungen und Schwellungen hervorrufe. Anfang 2009 brach der Kläger die Behandlung ab. Mit seiner Klage verlangte der Kläger Schmerzensgeld.

Die Entscheidung:

Das OLG Hamm sah hier einen groben Behandlungsfehler und hat dem Kläger 1.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Die Arbeit entspreche nicht dem zahnärztlichen Standard, weil die Kronenränder abstünden. Dies habe der Beklagte vor und bei der Eingliederung der Brücke erkennen können. Der Beklagte war verpflichtet, den Kläger nach der Eingliederung der mangelbehafteten Brücke von sich aus wieder einzubestellen und den Mangel zu beheben ...

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