Rufe in die Untersuchungshaft

von Alexandra Braun

Wer abends als Fremder durch den Hamburger Park “Planten un Blomen” läuft, der wundert sich. An einer sehr hohen Mauer mit sehr viel Stacheldraht obendrauf stehen – meist – Frauen und rufen laut hinüber. Der Park grenzt an die Untersuchungshaftanstalt im Holstenglacis und zahlreiche Angehörige versuchen, Kontakt zu “ihren” Untersuchungshäftlingen aufzunehmen. Die Zeit berichtet über verzweifelte Angehörige und Jugendliche, die sich einen Spaß aus der Kontaktaufnahme mit Gefangenen machen.

Abends, wenn die Springbrunnen abgeschaltet werden, steht Yvonne von der Bank in Planten un Blomen auf, läuft zum gemauerten Sichtschutz am Rande des Parks und verschwindet dahinter. Vor einer viel höheren Wand schaut sie sich nach links und rechts um, um sich zu vergewissern, dass sie kein Wachpersonal beobachtet. Dann pfeift sie. Über Stacheldraht hinweg blickt Yvonne auf die Fassade der Untersuchungshaftanstalt. Dort, hinter einem der vergitterten Fenster, in denen Licht brennt, sitzt ihr Verlobter. Seit vier Monaten.

(Quelle: www.zeit.de)

Die Kontaktaufnahme zu den Untersuchungshäftlingen ist eine Ordnungswidrigkeit, es droht eine Geldbuße. Wer als Untersuchungsgefangener erwischt wird, dem drohen ebenfalls Konsequenzen. Ein Umzug in de Keller der ohnehin nicht besonders gastlichen Untersuchungshaftanstalt steht dann zu befürchten.

“Jeder kenne die Regeln, aber die Sehnsucht sei stärker ...

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