Law Clinics auf dem Vormarsch: Wenn das Jurastudium plötzlich wieder Sinn macht

„Leere Gesetzestexte und Theorien bekommen Leben eingehaucht und stehen plötzlich in einem ganz anderen Kontext.“ So begeistert beschreibt Franziska Faßbinder von der Law Clinic Munich ihre Motivation, Menschen in der Law Clinic juristisch zu beraten. Law Clinics sind in Deutschland ein relativ neues Phänomen, das jedoch bei Studenten, Lehrenden und Rechtssuchenden auf große Beliebtheit stößt. Juristische Praxiserfahrung und ehrenamtliche Tätigkeit bilden hier eine Symbiose, die allen Beteiligten hilft.

Die Ursprünge der Law Clinics in den USA

In den USA bieten schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts Studenten kostenlose Rechtsberatung für benachteiligte Rechtssuchende an. So wird auch die praktische Komponente ins Studium integriert, die dort nicht wie in Deutschland durch das Referendariat gegeben ist.

Die Ausbreitung der studentischen Rechtsberatungen

Ausgehend von den USA gab es eine Verbreitung der Law Clinics in Mittel- und Osteuropa. In Deutschland waren Law Clinics bis 2007 verboten. Erst die Reform des Rechtsdienstleistungsgesetzes hat die Bildung von studentischen Rechtsberatungen ermöglicht. An vielen Universitäten wurden sogar die Studenten selbst aktiv, mit dem Bestreben, auch während des Studiums bereits praktische Erfahrung zu sammeln.

Doch warum entscheiden sich Jurastudenten mit oft notorischem Freizeitmangel, unentgeltliche Arbeit zu leisten? Sarah Faylor (29) von der Law Clinic Heidelberg beschreibt ihre Motivation so:

„Ich habe mich für die Mitarbeit in der Law Clinic entschieden, da ich so früh wie möglich mein theoretisches Wissen in der Praxis sehen und anwenden möchte. Wir lernen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, bei denen wir denken, sie sind geeignet für unseren Mandaten ...Zum vollständigen Artikel


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