Kassen müssen Homöopathie nur bei nachgewiesener Wirksamkeit zahlen

von Thorsten Blaufelder

Gesetzliche Krankenkassen müssen homöopathische Arzneimittel nur bei ausreichend belegter medizinischer Wirksamkeit bezahlen. Sie müssen sich an die gleichen Maßstäbe messen lassen, die auch für rezeptfreie schulmedizinische Arzneimittel gelten, urteilte am Mittwoch, 22.10.2014, das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (AZ: B 6 KA 34/13 R und B 6 KA 35//13 R).

Bei homöopathischen Arzneimitteln handelt es sich um Medikamente, bei dem die enthaltenen Wirkstoffe meist extrem verdünnt sind. Kritiker monieren, dass es sich letztlich um Scheinmedikamente handelt, die allenfalls einen Placebo-Effekt haben. Homöopathie-Anhänger verweisen dagegen auf ein langes Erfahrungswissen über die Wirksamkeit.

Wegen der extremen Verdünnung der Arzneimittel sind diese gut bekömmlich und nicht verschreibungspflichtig. Für nicht verschreibungspflichtige Medikamente muss die gesetzliche Krankenkasse aber nur im Ausnahmefall zahlen.

Eine entsprechende Ausnahmeliste, die sogenannte OTC-Liste (over the counter), erstellt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA). Danach müssen die dort aufgeführten Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Nur dann besteht auch für diese Medikamente eine Kostenerstattungspflicht der Krankenkassen.

Die Biologische Heilmittel Heel GmbH wollte zwei ihrer gegen „verschiedene Schwindelzustände“ und gegen „rheumatische Gelenkbeschwerden“ zugelassenen Arzneimittel auf diese OTC-Liste setzenlassen.

Der GBA lehnte dies ab. Zum einen zielten die Medikamente nicht auf „schwerwiegende Erkrankungen“, zum anderen fehle der Wirksamkeitsnachweis. Vorgelegte Studien hierzu seien fehlerhaft ...

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