Lebenslange Freiheitsstrafe für Michael Dunn: Mord wegen zu lauter Musik

von Rainer Pohlen

Wenn ein weißer US-Bürger, sei es ein Polizist oder ein Zivilist, einen Schwarzen erschießt, dann kommt es – diesen Eindruck vermittelt zumindest die bei uns veröffentlichte Berichterstattung – nur eher selten zu einer Verurteilung, und wenn doch, dann fällt sie zumeist reichlich milde aus. Zuletzt hatte der Fall des Jugendlichen Trayvon Martin bei vielen Schwarzen, aber auch bei weißen Bürgerrechtlern Empörung ausgelöst, weil ein weißer Nachbarschaftswächter den unbewaffneten Jungen ohne nachvollziehbaren Grund erschossen hatte und dennoch von einer Geschworenenjury freigesprochen worden war.

Dass es auch anders sein kann, hat laut spiegel-online jetzt ein Gericht in Jacksonville/Florida bewiesen. Wegen Mordes an dem 17-jährigen schwarzen Jordan Davis hat es gegen den 47-jährigen Michael Dunn eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt. Dunn war im September 2014 in einem neu aufgerollten Verfahren wegen Mordes schuldig gesprochen worden, nachdem die Geschworenen sich in einem ersten Prozess im April “nur” auf dreifachen versuchten Mord hatten verständigen können. In Florida wird das Urteil in 2 Stufen verkündet. Zunächst entscheidet eine Jury über die Schuld, dann wird der Prozess unterbrochen (sog. “Schuld-Interlocut”), und dann setzt der Berufsrichter das Strafmaß fest ...

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  • Streit um laute Musik: Lebenslänglich für Todesschützen Michael Dunn

    spiegel.de - 35 Leser, 17 Tweets - Im Prozess um den Mord an dem Teenager Jordan Davis hat ein Gericht in Florida das Strafmaß für den Täter festgelegt. David Dunn, der den unbewaffneten 17-Jährigen nach einem Streit über laute Musik erschoss, muss lebenslänglich ins Gefängnis.

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