10 Monate mit Bewährung für Kennzeichendiebstahl und Tankbetrug in 9 Fällen

von Rainer Pohlen

Die Sache, in der ich vorgestern beim Mönchengladbacher Schöffengericht verteidigt habe, war eigentlich eine Hausnummer zu hoch angesiedelt. Normalerweise wäre sie wohl beim Einzelrichter gelandet, aber weil ein früherer Mitangeklagter, gegen den das Verfahren später abgetrennt wurde, eine ganze Latte von Vorstrafen hatte und mit einer Gesamtstrafe von mehr als 2 Jahren rechnen musste, war halt beim Schöffengericht angeklagt und eröffnet worden.

Die Taten, um die es ging, waren immer nach demselben Strickmuster verlaufen. Von abgeparkten Fahrzeugen wurden Kennzeichen geklaut, am Pkw der beiden Tatbeteiligten angebracht, und die gingen dann an verschiedenen Tankstellen tanken und verschwanden, ohne zu bezahlen. Wenn der Tank leergefahren war, ging´s von Neuem los. Neben den 9 angeklagten Vorfällen gab es noch etliche weitere, von denen einige nach § 154 StPO eingestellt worden sind und andere vielleicht nicht ausermittelt werden konnten.

Obwohl doch allgemein bekannt sein dürfte und es ja auch überall angeschrieben steht, dass Tankstellen heutzutage videoüberwacht sind, haben die beiden jungen Männer – abgesehen von einem Käppi auf dem Kopf – keine nennenswerten Vorkehrungen getroffen, nicht erkannt zu werden. Auf den in der Akte befindlichen Videoprints waren sie in voller Lebensschönheit zu bewundern. Das ganze sei “reichlich bescheuert” gewesen, hat mein Mandant eingeräumt.

Im Vorfeld der Hauptverhandlung hat er sich mit Hilfe seiner Verteidigung um Schadenwiedergutmachung bemüht. Die Tankstellen, die aktenkundig waren, hat er aufgesucht und sich dort persönlich entschuldigt und die Tankrechnung im Nachhinein bezahlt. Das heißt, er hat es zumindest versucht ...

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