App-Stores, Streaming-Dienste und andere Anbieter elektronischer Dienstleistungen müssen ab 2015 auch Steuern im EU-Ausland zahlen

Nachdem der europäische Gesetzgeber zuletzt Mitte des Jahres Online-Händler und Webshop-Betreiber durch die Änderung des Fernabsatzwiderrufsrechts beschäftigt hatte, ist nun das Umsatzsteuerrecht an der Reihe. Ab 1. Januar 2015 müssen Anbieter von elektronischen Dienstleistungen wie Apps oder Video-Streams ihre Leistungen in dem EU-Mitgliedstaat versteuern, in dem der Verbraucher seinen Wohnsitz hat, der die Leistung abruft. Möchte der Anbieter somit Apps EU-weit verkaufen, muss er das Umsatzsteuerrecht aller 28 EU-Mitgliedstaaten beachten. Die IT-Recht Kanzlei bietet einen Überblick über die alte und neue Rechtslage im Umsatzsteuerrecht und gibt Praxistipps für die Umstellung.

I. Die Steuer oder der Tod?

Zum 1. Januar 2015 tritt eine Gesetzesnovelle im Umsatzsteuerrecht in Kraft, die zu weitreichenden Änderungen im Online-Geschäft führen wird. Davon betroffen sind jedoch nicht sämtliche Online-Händler, sondern lediglich Anbieter grenzüberschreitender elektronischer Dienstleistungen wie beispielsweise Video- oder Musik-Streaming-Diensten, Webhosting-Angeboten oder App-Verkäufen ins EU-Ausland. Die Anbieter müssen ab Januar 2015 dafür sorgen, dass die anfallende Umsatzsteuer korrekt an die Finanzbehörden des Staates abgeführt wird, in dem der Verbraucher die elektronische Leistung abruft. Dabei richtet sich auch die Höhe der Umsatzsteuer nach dem Steuersatz des Wohnsitzstaates des Verbrauchers. Da auf den Websites der Anbieter elektronischer Dienstleistungen aufgrund der Vorgaben des EU-Rechts die von den Verbrauchern zu zahlende Umsatzsteuer einzeln auszuweisen ist, müssen betroffene Unternehmer künftig das Umsatzsteuerrecht aller 28 EU-Mitgliedstaaten beachten. Allerdings können Unternehmer mit Firmensitz in Deutschland ein vereinfachtes elektronisches Besteuerungsverfahren nach dem deutschen UStG nutzen. Entsprechendes gilt für Anbieter elektronischer Dienstleistungen mit Firmensitz in den anderen EU-Mitgliedstaaten.

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