1.000,- EUR Schmerzensgeld für Nacktbilder per WhatsApp

von Clemens Pfitzer

Welche Folgen hat es, wenn man Nacktbilder oder sexuelle Aufnahmen seiner Mitschüler per SMS oder WhatsApp versendet? Welche Ansprüche haben Betroffene von Sexting (also die Versendung eindeutiger Inhalte per SMS, WhatsApp oder ähnlichen Diensten)? Das Landgericht Frankfurt a. Main hat in einem Fall nun Schmerzensgeld zugesprochen.

Eine 1994 geborene Schülerin fotografierte sich und ihren Freund in höchst intimen Situationen und speicherte diese Bilder auf ihrem IPhone. Als sie bei einer zwei Jahre jüngeren Mitschülerin zu Besuch war, lud die Schülerin ihr IPhone über den Laptop der Mitschülerin. Während des Ladevorgangs gelangten die Bilder auf den Laptop der Mitschülerin. Die Mitschülerin leitete die Bilder an Dritte weiter.

Die Schülerin ließ ihre Mitschülerin daraufhin abmahnen und zeigte sie bei der Staatsanwaltschaft an. Nachdem die Mitschülerin im Prozess Unterlassungsansprüche anerkannte, stritten sich die Parteien noch um Schmerzensgeld, welches die Schülerin für die Versendung der intimen Fotos verlangte. Außergerichtlich verlangte die betroffene Schülerin noch mindestens EUR 5.000,- Schmerzensgeld.

Entscheidung des Gerichts

Das LG Frankfurt a. Main (Urteil vom 20.05.2014 – Az. 2-03 O 189/13) verurteilte die Mitschülerin zu einem Schmerzensgeld in Höhe von EUR 1.000,- ...

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