Streit auf Betriebsfeier: Vom Auto eines Arbeitskollegen erfasst

Das Schmerzensgeld soll einen Ausgleich für erlittene Schmerzen und Leiden darstellen und dem Verletzten Genugtuung für das ihm zugefügte Leid geben. Liegt der Verletzte im Wachkoma und muss künstlich ernährt werden, ist ein Schmerzensgeld in Höhe von 500.000,00 Euro angemessen.

So die Entscheidung des Oberlandesgerichts Oldenburg, mit dem das Urteil des Landgerichts Osnabrück (AZ: 1 O 1442/11) bestätigt worden ist, gegen das sowohl der Kläger als auch die Beklagtenseite Berufung eingelegt hatten. Im August 2010 kam es zwischen dem Kläger und dem Beklagten auf einer Betriebsfeier in Haselünne zu einem Streit, in dessen Verlauf der Beklagte dem Kläger einen Schlag ins Gesicht versetzte. Nach Auflösung der Betriebsfeier verließ gegen 2:00 Uhr morgens zunächst der Beklagte und kurze Zeit später der Kläger das Betriebsgelände. Der Beklagte stand bei einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,85 ‰ unter erheblichem Alkoholeinfluss als er in einen Pkw stieg und mit diesem zunächst das Betriebsgelände verließ. Auf dem Gelände einer Tankstelle wendete er, beschleunigte und fuhr mit hohem Tempo zum Betriebsgelände zurück. Der Kläger stand dort auf der Straße, wurde vom Fahrzeug des Beklagten erfasst und lebensgefährlich verletzt. Der Kläger erlitt u.a. ein Polytrauma mit schwerstem Schädel-Hirn-Trauma. Er liegt seit dem Vorfall im Wachkoma und wird künstlich ernährt.

Das Landgericht Osnabrück hatte zunächst in einem Teilurteil über das Schmerzensgeld und die Haftung dem Grunde nach entschieden. Nach der Entscheidung des Landgerichts zahlten der Beklagte und die mitverklagte Haftpflichtversicherung auf das Schmerzensgeld 100.000 Euro. Darüber hinaus leistete die Verkehrsopferhilfe eine Zahlung von 80.000 Euro. Die Höhe des Schmerzensgeldes war allein von der Beklagtenseite angefochten worden ...

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