Spätestens mit 37 Jahren ist das Studentenleben vorbei…

von Thorsten Blaufelder

…zumindest in der gesetzlichen Krankenversicherung. Denn spätestens ab diesem Alter ist kein Krankenversicherungsschutz in der kostengünstigen gesetzlichen Krankenversicherung für Studenten mehr möglich, urteilte am Mittwoch, 15.20.2014, das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (AZ: B 12 KR 17/12 R und B 12 KR 1/13 R). Der kostengünstige Versicherungsschutz setze sich auch dann nicht unbegrenzt fort, wenn das Studium wegen besonderer Umstände wie Erkrankungen, einer Behinderung oder auch Erziehungszeiten noch nicht abgeschlossen werden konnte.

Sind Studenten nicht familienversichert, können sie Krankenversicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem kostengünstigen Studententarif erhalten. Das Bundesgesundheitsministerium legt dazu einheitlich für alle Kassen einen Beitragssatz fest. Derzeit sind dies 64,77 € monatlich für die gesetzliche Krankenversicherung und bis zu 13,73 € für die Pflegeversicherung.

Der Gesetzgeber hat die Mitgliedschaft in der kostengünstigen studentischen Krankenversicherung jedoch zeitlich begrenzt. So ist diese Krankenversicherung nur für die Dauer von 14 Fachsemestern, also sieben Jahre möglich. Außerdem darf der Student nicht das 30. Lebensjahr vollendet haben. Danach ist eine Krankenversicherung zum Studententarif nur ausnahmsweise noch möglich – beispielsweise wenn das Studium wegen einer Erkrankung oder Behinderung noch nicht abgeschlossen werden konnte.

Im ersten Fall hatte der 1963 geborene autistische Kläger 1983 ein Studium begonnen. Auf ärztlichen Rat brach er dies im Alter von 34 Jahren ab und wandte sich einem Jurastudium zu. Wegen seiner Erkrankung hatte die Barmer GEK den Kläger zunächst noch in der Krankenversicherung für Studenten versichert. Ende September 2009 stellte sie jedoch das Ende der Versicherungspflicht fest. Die über das 30. Lebensjahr hinausgehende Verlängerung betrage maximal zwölf Jahre ...

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