Kein Schalldruck auf Kassenkosten für das „beste Stück des Mannes“

von Thorsten Blaufelder

Soll dem vermeintlich „besten Stück des Mannes“ wegen einer unnatürlichen Krümmung zu Leibe gerückt werden, geht dies zumindest nicht mit einer sogenannten Stoßwellentherapie auf Kassenkosten. Auch für eine stationäre Behandlung besteht grundsätzlich keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse, urteilte am Dienstag, 14.20.2014, das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (AZ: B 1 KR 27/13 R).

Hintergrund des Rechtsstreits war die Behandlung von mehreren Männern im Klinikum Magdeburg gGmbH, die an einer sogenannten induratio penis plastica (IPP) litten. Dabei ist der Penis nicht nur verkürzt, sondern im erigierten Zustand auch unnatürlich gekrümmt, was häufig Schmerzen verursacht. Ursache der Erkrankung ist eine Entzündung in dem Geschlechtsorgan. Diese führt zu einer Plaque-Bildung, was wiederum die Krümmung hervorruft.

Heilt die Erkrankung nicht von alleine aus, werden nach der Standardbehandlung die Plaques operativ entfernt. Im konkreten Fall wurde den Patienten jedoch die sogenannte extrakorporale Stoßwellentherapie angeboten. Dabei sollen – ähnlich wie bei Nierensteinen – die Plaques mit von außen rhythmisch erzeugten Schalldruckwellen zerstört werden.

Für die bei 20 Patienten in den Jahren 2001 bis 2003 vom Klinikum stationär durchgeführten IPP-Therapien zahlte die AOK Sachsen-Anhalt insgesamt 34.563,00 €. Als die Krankenkasse nachträglich erfuhr, dass die Männer nicht standardmäßig operiert, sondern mit der Stoßwellentherapie behandelt wurden, forderte sie das Geld zurück.

Die Stoßwellentherapie sei wirkungslos und müsse daher nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Die Behandlung könne problemlos ambulant durchgeführt werden ...

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