"Alles muss raus" - die TV - Kritik

von Philip Stühler Walter
Für gewöhnlich fühle ich mich ja eigentlich nicht zum Filmkritiker berufen. Jedenfalls nicht öffentlich.

Bei dem am Montag und Mittwoch auf dem ZDF gelaufenen Zweiteiler "Alles muss raus" sehe ich mich allerdings doch mal genötigt, mich zu äußern, bevor irgendjemand so manches, was dort dargestellt wurde, für bare Münze nehmen sollte.

Ausweislich der Bekanntmachung im Vorspann sollte es sich um eine Darstellung verschiedener Unternehmertypen in Deutschland handeln. In Wirklichkeit - und da hat man sich keine große Mühe gegeben, das zu verbergen - sollte es wohl der Versuch einer cineastischen Aufarbeitung der Schleckerpleite werden. Nun ja ... die Strafrechtler werden mir wohl darin zustimmen, dass der Versuch keineswegs immer auch strafbar ist und so sage ich vorweg einfach mal frank und frei, dass der Zweiteiler zumindest die Kriterien an eine nicht zu übermäßig anspruchsvolle abendliche Unterhaltung erfüllte. Die schauspielerische Leistung war soweit gut, die Inszenierung als solche kann man jetzt auch nicht in Grund und Boden stampfen. Wie gesagt: unterhaltsam war es.

Die Figuren waren sowohl in Auswahl und Darstellung an die wichtigsten Klischees angepasst. Der gerade erst entlassene Knacki hatte mehr Bilder auf dem Körper, als der Louvre an den Wänden, der Sozialarbeiter war auch mal ein halbes Jahr im Bau und hat da prompt mal ein wenig Jura studiert, die junge und kecke Protagonistin auf Belegschaftsseite nahm auch dann vor dem Firmenchef kein Blatt vor den Mund, wenn der gemeinsam mit seiner Frau mal eben einen Testkauf in der Filiale durchgeführt hat (normalerweise der Super-GAU für jede Mitarbeiterin im Einzelhandel) und der Firmenchef war natürlich nicht nur der Prototyp des fiesen Kapitalisten (der irgendwie Opfer eines noch unsympathischeren jungschnöseligen Bänkers wird, der natürlich auch noch regelmäßig eine Nase Koks durchzieht) sondern auch noch bis ganz zum Ende uneinsichtig bis in die Steinzeit ...Zum vollständigen Artikel

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