Vereinfachtes Verfahren nicht einfach

Unter den Voraussetzungen des § 1626 a II 2 BGB

„Trägt der andere Elternteil keine Gründe vor, die der Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge entgegenstehen können, und sind solche Gründe auch sonst nicht ersichtlich, wird vermutet, dass die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl nicht widerspricht.“

soll das Gericht gemäß § 155 a FamFG über einen Antrag auf Herstellung der gemeinsamen elterlichen Sorge für ein nichteheliches Kind im schriftlichen Verfahren ohne Anhörung des Jugendamts und ohne persönliche Anhörung der Eltern entscheiden (vereinfachtes Verfahren).

Aus meiner Sicht war abzusehen, dass die Frage, was Gründe sind, die der Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge entgegenstehen können, zu heftigem Streit führen würde.

Dazu ein Fall des OLG Karlsruhe:

Die Mutter war dem Antrag des Vaters entgegengetreten. Sie hatte schriftlich vorgebracht: Die Einrichtung der gemeinsamen elterlichen Sorge widerspreche eklatant dem Wohl des Kindes. Der Vater habe sich bis Dezember 2013 überwiegend in Frankreich und nur einmal im Monat in Deutschland bei der Familie aufgehalten. Deshalb habe sich kein Vater-Sohn-Verhältnis entwickeln können. Auf Bitten der Mutter, häufiger und intensiver Kontakt zum Kind aufzunehmen, habe der Vater nicht reagiert. In den Monaten Oktober bis Dezember 2013, nach dem Auszug der Mutter, habe der Vater überhaupt keinen Kontakt zum Kind unterhalten. Der Vater könne deshalb verantwortlich keine Entscheidungen für das Kind treffen ...

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